Pflege bei Verhinderung

Zeichnung Felix A., 11 Jahre
Zeichnung Felix A., 11 Jahre

Sind die Eltern eines pflegebedürftigen Kindes wegen Erholungsurlaub, Krankheit oder aus anderen Gründen an der Pflege gehindert, übernimmt die Pflegekasse die Kosten einer notwendigen Ersatzpflege für längstens sechs Wochen jährlich.
Voraussetzung für die Inanspruchnahme dieser Leistung ist, dass die Pflegeperson den Pflegebedürftigen vor der erstmaligen Verhinderung mindestens sechs Monate in seiner häuslichen Umgebung gepflegt hat.

Die erstattungsfähigen Aufwendungen für Verhinderungspflege können sich im Kalenderjahr auf bis zu 1.612 € belaufen. Die Ersatzpflege kann für ganze Wochen, einzelne Tage, aber auch für einzelne Stunden in Anspruch genommen werden. Bei der „Stundenweise Verhinderungspflege“ werden pro Tag weniger als 8 Stunden Pflege durch eine andere Person in Anspruch genommen. In diesem Fall wird das Pflegegeld nicht gekürzt und die Verhinderungspflege wird nicht auf den Gesamtanspruch von 42 Tagen angerechnet.

Zeichnung Felix A., 11 Jahre
Zeichnung Felix A., 11 Jahre

Verhinderungspflege kann mit Kurzzeitpflege kombiniert werden. Werden die finanziellen Mittel für die Kurzzeitpflege in einem Jahr nicht vollständig genutzt, so kann der Rest, maximal 806 €, für die Verhinderungspflege verwendet werden.
Für die Ersatzpflege kann ein Pflegedienst engagiert werden, aber auch private Pflegepersonen (Nachbarn, Freunde) sind zulässig. Eine Ausnahme bilden Personen, die mit der pflegebedürftigen Person bis zum zweiten Grad verwandt oder verschwägert sind oder einen Haushalt mit dem Pflegebedürftigen teilen. In dem Fall beschränken sich die Zahlungen auf das maximal 1,5-fache des üblichen Pflegegeldes. Darüber hinaus können aber belegte Kosten, wie Fahrtgeld oder Verdienstausfälle bis zu einem Wert von 1.470 € jährlich beansprucht werden.

Wir empfehlen Ihnen, sich vor Beginn der Verhinderungspflege mit  der zuständigen Pflegekasse in Verbindung zu setzen, die Sie umfassend über Leistungen und Antragstellung beraten wird. Die meisten Pflegekassen haben das Antragsformular online zum Download bereitgestellt.